Die Landesliga B entschied sich erst am letzten Spieltag. Bis dahin stand der 1. SC Anhalt mit 13 Mannschaftspunkten an der Tabellenspitze. Dicht auf den Fersen lagen der SV Saalespringer Halle II mit einer Differenz von nur einem Brettpunkt. Die zentrale Endrunde am 12.04.2026 in Calbe /Saale versprach damit einen spannenden Wettkampf. Dies allerdings als Fernduell. Der 1. SC Anhalt trat gegen die TSG Calbe an, der SV Saalespringer II focht mit den SF Bad Schmiedeberg. Das direkte Duell der Spitzenreiter endete bereits am 18.01.2026 mit einem Unentschieden.
Rein rechnerisch mussten wir nach meiner Auffassung also 1,5 Brettpunkte mehr holen. Bei fehlerfreiem Spiel der Anhalter schien dies kaum machbar. Die Saalespringer konnten daher ohne Risiko frei aufspielen.
Ein frühes Remis gab es bei beiden Mannschaften nicht. Ab der Hälfte des Spieltages wunderten mich als Mannschaftsleiter die Wanderbewegungen zum Punktezettel und zu den Spieltischen. Natürlich wurde die Gewinnwahrscheinlichkeit abgeschätzt und der Zwischenstand berechnet. Dem konnte ich mich nicht entziehen. Die Neugier war zu groß. So kehrte sich die Wanderbewegung um.
Und dann trudelten die ersten Ergebnisse ein. Leider verlor David Fritzsche. Dafür konnten in relativ kurzer Abfolge Anastasia Vogt, Carlo Patzsche, Marco Ruhs (ich), Helmar Liebscher, Gert Kleint und Lukas Schadeberg gewinnen. Der Mannschaftssieg mit 6 : 1 Brettpunkten war ungefährdet.
Marten Lischka spielte schwer in Zeitnot mit offenen Ausgang. Aber reichen 6 Brettpunkte?
Der 1. SC Anhalt benötigte gefühlt viel länger. 2 Remisen standen früh fest. Aber dann hieß es warten und Wahrscheinlichkeiten abschätzen. 4 Spiele konnten die Anhalter gewinnen und 2 weitere endeten Remis. Dies bedeutete dort den Mannschaftsieg mit 6 : 2 Punkten. Damit war die Partie von Marten Lischka saisonentscheidend. Bei einem Sieg hätten beide Mannschaften 15 Mannschaftspunkte, bei 47 Brettpunkten und bei Punkteteilung im direkten Vergleich. Die Frage nach dem Sieger in diesem Fall und dem Entscheidungskriterium kam auf. Irgendjemand hatte die Turnierordnung gelesen und eine Berliner Wertung machte die Runde. Diese zu erklären würde den Umfang des Artikels sprengen. Verlässlich konnte das keiner auf die Schnelle ausrechnen. Die Spannung stieg. Und dann gewann Marten Lischka sein Spiel!!! Und keiner wusste das Ergebnis.
Auf der Fahrt nach Hause erzählte mir dann Lukas, dass Anhalt sein Ergebnis eingetragen hat und unser Ergebnis nicht auftaucht. Das konnte es auch nicht, da ich es als Fahrer nicht eingeben konnte. So behielt der Nachmitttag für viele ein Überraschungsmoment. Es herrschte zunächt allgemeine Unklarheit, wer nun den ersten Platz und damit den Aufstieg in die Verbandsliga erkämpft hat.
Der CLM verfügt zwar über die Option, die Berliner Wertung berechnen zu lassen. Diese Option war jedoch nicht eingestellt. Dies wurde erst am Abend korrigiert. Zwischendurch hatte Marten allerdings schon selbst manuell die Berliner Wertung ermittelt. In der Whatsapp-Runde teilte er dann allen sein Ergebnis mit, so dass wir jubeln konnten.
Nach der Korrektur im CLM zur Anzeige der Berliner Wertung bestätigte sich dieses Ergebnis. Danach hatten wir 215,5 Wertungspunkte und der 1. SC Anhalt 213.
Eine Entscheidung durch einen Wimpernschlag. Die Saalespringer II gewinnen die Landesliga B 2025/2026 und steigen somit in die Verbandsliga auf!
Dieser Sieg war eine starke Mannschaftleistung. Marten Lischka holten mit sagenhaften 8 aus 8 glatte 100 %. Dicht gefolgt von Lukas Schadeberg mit 7 aus 9 und Carlo Patzschke mit 6,5 aus 8. Johannes Knüpfer spielte mit 5 aus 8 ebenfalls eine starke Saison. Bei Helmar Liebscher blieb mir der Kampf gegen den PTSV Halle in Erinnerung. Dort holte er im aussichtslosen Endspiel mit Springer und Bauer gegen Springer und 3 Bauern ein grandioses Remis. Thomas Hentzgen verteidigte wacker das erste Brett. Anastasia Voigt, Karsten Kühn, Andrea Glaser, Dieter Dorsch, Gert Kleint, David Fritzsche, Valentin Petrick, Felix Neuber und Lennert Glamann waren alle zur Stelle, so dass wir als Mannschaft nur ein Brett in der Saison frei lassen mussten. Eine super tolle Mannschaftsleistung. Ich bin stolz auf meine Jungs und Mädchen. Auf gehts. Nächstes Jahr Verbandsliga.
Euer Marco Ruhs