Saalespringer I - Oberliga Ost: Wichtiger Zähler nach turbulentem Spielverlauf

Im dritten Saisonspiel empfing die erste Mannschaft der Saalespringer ihre guten Freunde und Reisepartner aus Sangerhausen. Auch wenn wir farblich als „Auswärtsteam“ gesetzt waren, lag die Ausrichtung der Partie in unseren Händen: Das Stadion in Halle-Neustadt war pünktlich zum Anpfiff um 10 Uhr bestens vorbereitet. Großer Dank geht dabei an Thomas für die Organisation als Mannschaftsleiter!

Nun zum Sportlichen: Die Gäste aus der Rosenstadt gingen auf dem Papier als leichte Favoriten ins Rennen. Doch nach einem spannenden Match trennten sich beide Mannschaften völlig verdient mit einem 4:4-Unentschieden.

Schnelle Punkteteilungen gab es bei Tom und Maik gegen Jayjay und Georg. Beide hatten ausgangs der Eröffnung wenig Probleme auszugleichen und konnten schnell zwei Schwarzpartien in den sicheren Hafen steuern. Ein Dank geht besonders an Maik für den kurzfristigen Einsatz! Nach etwa zwei Stunden musste sich auch der Berichtschreiber mit Flox auf Remis einigen, nachdem der Sangerhäuser mit Schwarz auch schon eine angenehme Position im Damenindisch erreicht hatte. Zu diesem Zeitpunkt war das Remis keineswegs ein gern genommenes Ergebnis, denn die anderen Bretter ließen Unbehagen über das Mannschaftsergebnis aufkommen.

Felix hatte in aufgeladener Stellung im Königsinder einen „free pawn“ mitgenommen, der sich jedoch eine taktische Abwicklung später als vergiftet erwies. Nach ein paar weiteren Zügen fand er sich mit Figur weniger auf dem Brett. Da halfen leider auch keine Tricks mehr und Tobi verwaltete den materiellen Vorteil sicher zum Sieg. Die Saalespringer mussten den ersten Rückstand hinnehmen.

Maksym hatte im Caro-Kann mit weiß eine angenehme Stellung erreicht. Er versuchte mit seinen Läufern, den Druck auf den schwarzen König zu erhöhen und die Stellung zu öffnen. Doch einen Bauerntausch später erhielt Christian strategischen Vorteil dank der besseren Struktur. Am Ende war es wohl -2-Vorteil für den Rosenstädter, es wurde sich jedoch auf Remis geeinigt. Derweil verwaltete Arnd eine Minusfigur gegen zwei Freibauern und auch Thomas hatte mit Schwarz in einer klassischen Hippostellung zu beißen. Einzig Gustav machte Hoffnung – er hatte eine angenehme Stellung mit leichtem Druck auf die bäuerlichen Schwächen des Gegners.

Doch dann plötzlich Stimmungswechsel im Neustädter Stadion: Arnd nutzte eine kurze Unaufmerksamkeit von Stefan eiskalt aus und brachte seine Freibauern bis auf die siebte Reihe vor. Zwar schienen Springer, Turm und König die Lage zunächst noch im Griff zu haben, doch ein übersehenes Zwischenschach kostete Stefan die entscheidende Zugriffsmöglichkeit seines Monarchen – und das Blatt wendete sich. Super gekämpft, Ausgleich!

Gustav spielte eine wunderbar anzusehende Partie – ruhig, konzentriert und stets die gegnerischen Möglichkeiten im Blick. Dustin kämpfte im Sizilianisch-Taimanov um Gegenspiel und es sah zwischenzeitlich so aus, als hätte er eine taktische Gelegenheit zum Ausgleichen. Doch Gustav hatte alles im Griff und konnte mit seinen starken Figuren die Bauernschwächen stets unter Druck setzen und später einsacken. Prima Partie!

Thomas versuchte indessen mit dem Hippo sein Glück und erreichte zwischenzeitlich typische königsindische Strukturen. Ganz zum Ausgleich reichte es aber nach Einschätzung des Berichtschreibers nie und Hille konnte seinen stets leichten strategischen Vorteil in den Sieg ummünzen.

Am Ende stand ein leistungsgerechtes 4:4, das beiden Mannschaften einen wichtigen Punkt im Blick auf die Tabelle sichert. Wir bleiben zwar vorerst auf Rang neun, haben jedoch ein Spiel weniger absolviert und bis Platz vier alles in Reichweite.

Weiter geht es im neuen Jahr, dann wieder mit einem Doppelspieltag am 17. und 18. Januar. Es warten mit dem USC Magdeburg der aktuelle Tabellenführer sowie die kampfstarken Dessauer Haudegen auf uns. Präsentieren wir uns wie heute, ist auch gegen diese beiden Teams alles möglich.

Gedeon Hartge